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Völlig unerwartet hat sich für den Buchladen eine Nachfolgerin gefunden:
Frau Barbara Gyger Bühler aus Sirnach wird den Laden
ab dem 1. April (kein Scherz!) übernehmen und neben Büchern auch Papeterie-Artikel anbieten.
Wir werden deshalb den Buchladen bis Ende März
mit gleich bleibenden Öffnungszeiten
weiterführen.
Zusätzliche Öffnungszeiten im Dezember:
Montag, 12. und 19. Dezember: 14 Uhr – 18.30 Uhr
Achtung:
Am Dienstag, 27. 12, Mittwoch, 28.12. und Donnerstag, 29.12. bleibt der Laden geschlossen.
Buchbesprechungen Winter 2011/2012

Ein grossartiges Buch!
Im Ersten Weltkrieg zerschlägt eine feindliche Kugel zuerst den Stahlhelm und dann den Schädel des ältesten Sohnes vom Seewirt. Also muß sein jüngerer Bruder Pankraz das väterliche Erbe antreten. Der überlebt zwar den zweiten großen Krieg, wäre aber trotzdem lieber Künstler als Bauer und Gastwirt geworden. Da braucht es schon einen Jahrhundertsturm, der droht, Haus und Hof in den See zu blasen, damit aus Pankraz doch noch ein brauchbarer Unternehmer und Familienvater wird. Aber als der eigene Sohn ihn später anfleht, ihm die Erziehung im katholischen Internat zu ersparen, versteht er ihn nicht. Zu sehr ist man in diesen Zeiten mit anderem beschäftigt: das Vergangene vergangen sein zu lassen und die Geschäftsbedingungen der neuen Gegenwart zu studieren.
Groß, ein Buch wie eine Axt, Sepp Bierbichler haut drauf. Für Dirk Pilz alles nur zu gut verständlich, auch wenn der Grantler vor dem Herrn ja längst in den großen Städten wettert, auf der Bühne nämlich, im Kino. Das Dorf, der Gasthof, Nazi-Deutschland, Wirtschaftswunder, Zumutungen, Verdrängungen, die Oma im Ohrensessel, und immer wieder die Axt, mit der der Autor ein bizarres, ein schräges, ein grelles Heimatbild zurechthaut, einen Sehnsuchtsort schaffend trotz allem, darauf besteht der Rezensent. Für Pilz liegt mit dem Buch gar ein neues Untergenre vor: der Kratzbürsten-Roman, ein Stück autobiografisch ist er auch.

Kurt Gerron war einmal ein Star und ist jetzt nur noch ein Häftling unter Tausenden. Der Nationalsozialismus hat den bekannten Schauspieler von den Berliner Filmateliers ins Ghetto von Theresienstadt getrieben, wo er ein letztes Mal seine Fähigkeiten beweisen soll: Als er den Auftrag bekommt, einen Film zu drehen, der das erniedrigende Dasein der Juden als Paradies schildern soll, sieht er sich vor einer Gewissensentscheidung, bei der sein Leben auf dem Spiel steht. In dieser Lage lässt Gerron sein Leben noch einmal Revue passieren. Charles Lewinsky erzählt die faktenreiche und doch erfundene Biographie des Schauspielers Kurt Gerron, der dem Holocaust zum Opfer fiel - ein literarisch brillanter und berührender Roman.

Der Hals der Giraffe
Bildungsroman
Klappentext:
Anpassung ist alles, weiß Inge Lohmark. Schließlich unterrichtet sie seit mehr als dreißig Jahren Biologie. Daß ihre Schule in vier Jahren geschlossen werden soll, ist nicht zu ändern - in der schrumpfenden Kreisstadt im vorpommerschen Hinterland fehlt es an Kindern. Lohmarks Mann, der zu DDR-Zeiten Kühe besamt hat, züchtet nun Strauße, ihre Tochter Claudia ist vor Jahren in die USA gegangen und hat nicht vor, Kinder in die Welt zu setzen. Alle verweigern sich dem Lauf der Natur, den Inge Lohmark tagtäglich im Unterricht beschwört. Als sie Gefühle für eine Schülerin der 9. Klasse entwickelt, die über die übliche Haßliebe für die Jugend hinausgehen, gerät ihr biologistisches Weltbild ins Wanken. Mit immer absonderlicheren Einfällen versucht sie zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Nach dem gefeierten »Atlas der abgelegenen Inseln« schreibt Judith Schalansky einen Roman. Darin kämpft eine Biologielehrerin für die Einhaltung der Naturgesetze, verrenkt sich den Hals nach unerreichbaren Früchten und fällt am Ende vom Glauben an Gott Darwin ab. Schauplatz der Geschichte ist eine der irrwitzigsten Anstalten dieser Welt: die Schule.

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Sätze
zum Lesen
von Beat Brechbühl
Lesen
ist nicht Zeitvertreib,
sondern Zeitverbleib.
Dann
kannst du dir einen Partner aussuchen, eine Geschichte, ein Gedicht,
Gedichte, ein Geheimnis. Du kannst von andern Einsamen lesen.
Diesen
Partner kannst du ohne Bindungen, ohne Verpflichtungen weglegen,
ruhigstellen, zumachen. Du warst nicht allein, du willst allein sein,
wieder einsam.
Lesen
ist die Möglichkeit, mit sich selber intim zu sein.
Zum mit
sich intim sein brauchst du ein Echo, eine Widerrede, ein
Gefühl, das nicht deines ist.
Lesen ist Freiheit.
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